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In unserer schnelllebigen Zeit wird so oft und soviel vergessen,
deshalb ist es auch für die heutige Generation von Interesse einmal zu wissen, was vor 95 Jahren war
Diese Aufzeichnung kann natürlich nicht den Anspruch erheben absolut authentisch zu sein, zumal ein Gründungsprotokoll nicht vorliegt und die bisherigen Geschehnisse hier nur stark verkürzt widergegeben werden.
Die Verfasser haben sich jedoch alle Mühe gegeben, durch Befragen der älteren Mitglieder den damaligen Geschehnissen nahe zu kommen.
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Schon in den Jahren 1911 und 1912 wurde Fußball in Wallau gespielt, ohne dass ein festes Vereinsgefüge bestand. Spiele gegen umliegende Gemeinden wurden mit wechselndem Erfolg durchgeführt.
Im Jahre 1913 war es dann soweit, der Fußballclub Wallau wurde ins Leben gerufen.
Über die Wahl der Vereinsfarben wurde ausgiebig diskutiert, bis man sich auf die noch heute gültigen Farben Grün und Weis festlegte.
Hauptgrund für die Wahl war wohl ein von einem Vereinsmitglied aus Wuppertal mitgebrachtes Trikot, das diese Farben enthielt.
Als Spielplatz bot sich das ebene Gelände am Erlenacker an, das behelfsmäßig hergerichtet wurde.
Der Ausbruch des ersten Weltkrieges rief den größten Teil der aktiven Spieler ins Feld.
Sehr viele Mitglieder des jungen Vereines kehrten aus dem Krieg nicht mehr zurück.
Als Anfang 1919 das Leben sich wieder normalisierte, kam der Verein unter der Leitung von Karl Velte zu neuem Leben.
In der Generalversammlung vom14.06. desselben Jahres wurde von 45 anwesenden Mitgliedern eine Satzung erlassen.
In einer Abschrift der Statuten hieß es in §1
„In Wallau hat sich im Jahre 1913 ein Fußballclub gebildet, der den Namen Fußballklub Wallau führt.
Zweck des Klubs ist körperliche Ausbildung durch Fußballspielen, Hebung des sittlichen und geselligen Lebens und Pflege der Vaterlandsliebe. „
Welchen großen Stellenwert man damals schon dem Training beimisst, zeigt der Abschnitt
„Beteiligung der Spieler“, in dem es heißt:
„Jeder Spieler hat die Übungsstunde pünktlich und regelmäßig zu besuchen.
Während des Spiels hat sich jeder der Spielordnung zu unterwerfen.
Spieler, die die Übungsstunde unentschuldigt versäumen, können bestraft werden, und zwar von 10 bis 60 Pfennig.
Wer sechsmal unentschuldigt fehlt wird ausgewiesen!“
In der Generalversammlung vom 22 Oktober 1919 sind die Mitglieder der Meinung,
„das ein älterer Herr den Vorsitz des Vereines übernehmen sollte, um demselben nach außen hin mehr Ansehen zu geben“.
Viel Arbeit und selbstloser Einsatz waren damals nötig, um den „Erlenacker“ in einen einigermaßen bespielbaren Platz zu verwandeln.
Nach einigen Jahren stellte man fest, dass nicht der einseitig erscheinende Fußball allein die Sportbegeisterung der Jugend decken würde. Ein Turnverein, der ausschließlich Geräteturnen förderte, brachte schon Abwechslung. Aber die Jugend brauchte mehr, wenngleich die alten Leute meinten, es sei eine Schande, daß sich so viele junge Menschen durch den Sport noch das letzte Fünkchen Kraft aussaugen ließen.
Und so entschloss man sich auch Leichtathletik zu betreiben.
Die ersten Blüten gab es nach dem ersten Weltkrieg, als an Leichtathletik-Veranstaltungen teilgenommen wurde.
Unter den Anfeuerungsrufen „auf ihr Männer“ zeigte eine kleine Gruppe bei Veranstaltungen 1921 in Marburg ihr beachtliches Können.
Bis heute entwickelten sich aus dieser Abteilung immer wieder Leichtathletinnen und Athleten, die den Verein weit über die Landesgrenzen hinweg bekannt machten.
Der Tennissport entwickelte sich in den 70er Jahren bundesweit zum Breitensport. Er kann von jung und alt gleichermaßen ausgeübt werden.
Der damalige Vorstand mit Karl Lange an der Spitze regte an, die Angebotspalette zu erweitern. Im Jahre 1977 wurde eine Tennisabteilung angegliedert, die über drei Kunstrasenplätze verfügt.
Die Frauen und Männer der ersten Stunde haben den Verein auf eine solide und dauerhafte Grundlage gestellt. Dafür gilt es Dank zu sagen. Der Kameradschaftsgeist der Gründerzeit ist stets erhalten geblieben. Gerade in schwierigen Zeiten hat er sich als tragende Säule erwiesen.
Wie geht es weiter mit dem FV Wallau
Wir wollen auch weiterhin - eine gesellschaftlich gestaltende Kraft in Wallau sein
- den Dialog zwischen Menschen unabhängig von Religion, Nationalität und Hautfarbe fördern
- die Teilhabe an der Gemeinschaft im Verein ohne Einschränkung jedem ermöglichen, der die Vereinsziele mitträgt
- ein Ausgleich und ein Gegenwert zu unserer Gesellschaft sein
- der Jugend die Möglichkeit bieten, unser soziales Umfeld verantwortlich mit zu gestalten
- für unsere Mitglieder ein Ort der geselligen und kulturellen Begegnung sein
- mehr sein als ein Anbieter von Sport.
Wenn unser Verein nach Zahl der Jahre auch ein beachtliches Alter erreicht hat, so hat er sich doch den Schwung der Jugend erhalten.
Die Jugend und ihre Freude an der sportlichen Betätigung sind der Grundstein eines jeden Sportvereins. Darum wird es immer eine unserer vordringlichsten Aufgaben sein müssen, die jungen Menschen für die Idee des Sports zu gewinnen. Wir sind hier auf einem guten Wege und haben unserer Jugendabteilung einen besonderen Stellenwert innerhalb unseres Vereines gegeben.
Wir hoffen, dass Sie viel Spaß beim Stöbern in diesen Seiten haben. Scheuen Sie sich nicht uns Ihre Meinung mitzuteilen.
Der Vorstand des FV 1913 Wallau e.V.
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